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Samstag, 1. Oktober 2016

Wo wir gerade beim Thema sind...

Zufällig (was ist das?) stolpere ich gerade noch über einen meiner Favourits, good old Brian Eno, den meisten allenfalls bekannt als Keyboarder von Roxy Music. Ein genialer Künstler, der hier im Folgenden ein paar bemerkenswerte Statements gibt, welche durchaus den Kontext auch hier berühren, denn jeder ist in gewisser Hinsicht ein Künstler (des Lebens) - schaut mal rein:




Überhört bitte den - offensichtlich deutschen - Interviewer und bleibt nicht auf dem Level :-).
Hört mehr, was er über Künstler sagt, über den großen Fokus auf Kontrolle und die Wertschätzung, die er "surrender" beimisst... enjoy!

Von Erwartungen, Planungen und Smoothies

Das Leben ist nicht einfach.
Leben, das Sein, ist ein komplexes System, multifaktoriell, vielschichtig, verschiedenste Ebenen, Kontexte und Inhalte kommen dabei zum Tragen. In jedem Moment, von Augenblick zu Augenblick.

All das ist erst einmal nicht schlimm, es sei denn, wir erwarten etwas anderes.

Weil das so ist, wie es ist, entsteht in vielen Menschen ein Bedürfnis, nämlich, dass es anders sei. Sie wünschen sich, dass alles doch bitte nett, simpel und bequem sei. Es könnte (sollte!) doch bitte einfach sein.
Ist es auch, aber darauf komme ich später.

Entdecke, wo die Crux steckt.
Wir sind sofort offen und dankbar für ALLES, was uns das GEFÜHL gibt, etwas sei nun einfacher, das Sein/Leben sei nun einfacher. So suchen wir beständig nach Methoden, Dingen, Werkzeugen, die uns das Leben einfacher machen. Mancher mag an dieser Stelle einwenden, dass dies aber doch auch wichtig sei, dass Wissenschaft und Forschung in der Technik doch wirklich vieles zum Leben vereinfacht habe.
Spannende Frage. Hat es das wirklich? Diese Fragestellungen sind unendlich relativ. Nähmen wir Menschen, die vor 500 Jahren lebten, vor 200 Jahren, vor 50 Jahren, vor 2o Jahren und von heute:
Wem ging es – ganz subjektiv – denn „leichter“? Keinem. Fast eher schon würde man annehmen, dass es Menschen vor hunderten Jahren wesentlich einfacher hatten.
Richtig ist, dass gewisse Bedürfnisse sich wesentlich veränderten, wesentlich mehr Raum für „Needs“ entstand. Vor 200 Jahren war es für den Großteil der Bevölkerung nicht essentiell, „wie es einem denn geht“ – man war froh, wenn man einigermaßen überlebte. Menschen von heute haben einen ausgeprägten Bedarf nach einer Komfortzone und faszinierenderweise versuchen wir, diese Zone so weit wie möglich auszudehnen.
Aber ist das nicht legitim? Mag man fragen.
Ja. Ist es.
Aber es ist ebenso vermessen.
Denn – wie wir oben konstatierten – das Leben IST komplex.
Und jedes Tool, jedes neue Bearbeitungsmuster, macht das Leben zugleich wieder komplexer, führt zu einer neuen Tendenz, einer Festlegung, neuen anderen Erwartungen, die wiederum enttäuscht werden müssen…

Got it? Das ist wichtig.

Oder andersherum. Du weißt es, wir wissen es: ALLES hat seinen Preis.

Vereinfache etwas.
Ist o.k.. But you have to pay your taxes!
Alles geschieht auf Kosten von etwas anderem.
Nehmen wir das Internet. Es ist toll, es ist geil, es macht so vieles einfacher. Du weißt, welche Krise es bei manchen auslöst, wenn sie plötzlich keinen Zugang haben – das Leben erscheint unmöglich! Nur ein Beispiel.

Alles hat seinen Preis. Wenn Du hier etwas wegnimmst und dort anfügst, fehlt es „hier“. Ich kann auf das Frühstücken verzichten und sofort mit dem „Leisten“ starten – aber das Frühstück fehlt de facto.
Yang entsteht aus dem Yin, Yin aus Yang – klingt simpel (ist es auch), in der (sich vorgestellten) Praxis sehr komplex – es ist, wie das Leben an sich ist.

Themen-, Gedankensprung: Unser Geist ist unendlich entwicklungsfähig - wenn wir ihm eine Chance dazu geben! Er ist ähnlich einem Muskel – unter einem gewissen Reiz entwickelt er sich, bildet es Synapsen. Wir aber geben einen Großteil unserer Energie und Finanzen dafür, diesen Muskel möglichst „in Ruhe zu lassen“, damit er sich den „netteren Dingen widmen kann“. Fakt ist zwar, dass wir zunehmend zum Bedienen all unserer Apps und Tools und vorgegebenen Viationen gar keine Zeit mehr für etwas anderes haben, aber das scheint egal – zumindest für den Moment.
Doch es rächt sich schnell – irgendwo merken wir, dass etwas nicht stimmt, wir irgendwo trotz aller Vereinfachung nicht genug (whatever that means) Zeit übrig haben. Und so kehre ich denn wieder zur Ausgangsprämisse zurück: Das Leben ist so, wie es ist – und es ist nicht simpel, sondern komplex.
Allzuviel ist nicht kalkulierbar, kaum abzuwägen – und am wenigsten wir selbst in unserem Tun, Denken und Handeln. Dieser Mikrokosmos ist genau so komplex wie der Makrokosmos um uns.

Nun kommt die Essenz, das Zaubermittel, der Stein der Weisen: Er lautet Improvisation! Denn de facto braucht es das, das Leben – Improvisation, oder, wie wir Zen-Buddhisten sagen, Nichtwissen. Schauen, was es jetzt braucht (jenseits davon, was wir „geplant haben“).
Lebensmeisterung, wenn es denn so etwas gibt, bedeutet, Meisterschaft in der Improvisation zu erlangen.
Der Haken, Improvisation müssen wir erlernen, es gibt keine App dafür. 

Nehmen wir einen Navy-Seal als Beispiel für einen Kämpfermeister. Er hat verschiedenste Kampfabläufe eintrainiert – und ja, hier bis Du auch ein Seal - und schauen wir, was er in einem Kampf, also jenseits des Trainings, sondern vielmehr mitten im Leben, macht. Er schaut immens, was es JETZT, im Moment des gegnerischen Angriffs, aufgrund der gegnerischen Lage, braucht und handelt – improvisiert in gewissem Sinne von Moment zu Moment. Er kann/darf nicht sagen, stop, das ist Scheiße, ich hatte erwartet, dass er mit rechts angreift, stattdessen aber geht er zur Seite und kommt von links. Das geht so nicht, das passt mir nicht in meinen Plan. Warum um gotteswillen greift der denn auch mit links an…, ich versteh solche Leute nicht, die mit links angreifen….ich sollte mehr Linksangriffe üben und überhaupt, da bin ich noch nicht soweit, als..... hoppla, wieso bin ich eigentlich tot?......................

Du verstehst – so geht es nicht. Das Leben, der Alltag, ist nichts anderes.
Wie kann ich mich auf das Unerwartete vorbereiten und trotzdem planen?
Entdecke, dass ein Plan eben nur ein Plan ist. Er ist wie eine Straße, ein Weg, aber Du musst die Jakobstraße, nur weil sie bis zum Rathaus führt, nicht bis zum Rathaus durchgehen. Dein Ziel ist z.B., zum Bäcker zu kommen – und das heisst, an der Kreuzung Karlsgraben rechts abbiegen – und auch hier nicht bis zur Hauptpost, wo der Karlsgraben endet, sondern nur bis zum Bäcker.  Pläne, Konzepte sind gut, sind wichtig, aber essentiell ist, welche Ziele erreicht werden sollen und nicht, dass der Plan so aufgeht, wie angenommen.
Im Leben erfolgreich sein bedeutet, improvisieren lernen – nicht, Pläne zu erfüllen.
Häufig glauben wir, zu versagen, wenn wir einen Plan nicht eins zu eins umgesetzt haben. Doch Versagen findet allenfalls da statt, wo wir keinerlei Ziele erreicht haben.

Leben ist beständiger Wandel, beständige Transformation, Veränderung – integriere diesen Fakt und stelle Dich darauf ein, immer wieder neu. 

Erwarte nicht vom Leben, dass es „smooth“ ist, denn das Leben ist einfach so, wie es ist. Es kann „smooth“ werden, wenn Du Dir erlaubst, selbst  „smooth“ zu werden….

Dabei, wie immer, gutes Gelingen!

Montag, 19. September 2016

Auf der Suche nach Stille...

Unruhige Zeiten, beständiges Versuchen, auf dem Kamm der Tsunami-Wellen des Daily Buizness zu reiten und nicht darunter begraben zu werden - gerade dann entsteht in uns die Sehnsucht nach mehr Ruhe, Stille....




Dienstag, 23. August 2016

"You`ve got it, honey!"

Verständnis ist relativ - Absatz.

Du kennst es.
Du erzählst jemand etwas Fazinierendes, Spannendes und ja, es erscheint Dir auch bedeutsam - für Dich, vielleicht auch für den anderen.
Du lässt ihn/sie teilhaben und ja, er/sie scheint interessiert zuzuhören.
Und ja, Dein Gegenüber ist Dir auch nicht gleichgültig, Du bist interessiert an der Rückmeldung, wenn denn eine kommt...
Und die Resonanz deines Gegenübers kommt.
Ja, sie ist da, Du siehst, wie sich die Lippen öffnen und ihnen entweicht die Resonanz auf Deinen so bedeutsamen Akkord, den Du tiefsinnig angeschlagen hast:
"Sag mal, ist das da ein Tomatenfleck auf Deinem T-Shirt?"


Ich sag ja, Du kennst das.
So ging es mir neulich:
Ich hörte neulich einen Kommentar zu meinem letzten Eintrag.
Er lautete: "Ich war verblüfft darüber, dass Belmandel etwas mit Erfolg zu tun hat!"


Das ist etwa so, als fragte sich jemand, was Kirschtorte mit der Relativitätstheorie zu tun hat (Einstein naschte sie gerne!).


Wie schrieb einst Zhuangzi so treffend:
"Das Netz ist dazu da, Fische zu fangen. Lasst uns die Fische behalten und das Netz vergessen!
Worte sind da, um Gedanken zu vermitteln. Lasst uns die Gedanken behalten und vergesst die Worte!"
Oh wie schön, mit einem Menschen zu sprechen, der die Worte vergessen hat!"


Es hat seine eigene Komik, wenn Menschen - und das tun sie gerne - an den Worten festhalten und sich wenig für die eigentlichen Gedanken interessieren.
Irgendwie tragisch-komisch....
Aber wie gesagt, Verständnis ist halt auch relativ.


Freitag, 5. August 2016

Der Schlüssel zum Erfolg

Die Welt scheint voll mit herumliegenden Schlüsseln zum Erfolg, zumindest gibt es einen immensen Markt dazu. Hier meine "two coins" zum Thema:
Viele fragen mich seit Jahren, wie ich das eigentlich hinbekommen habe, so vieles erreicht zu haben. Nun, es gibt ein paar Cyber-Neider (wie es sie wohl überall gibt) die alles anzweifeln . Es gibt viele, die es fasziniert miterlebt haben, die von mir lernten und eben jene, denen ich Titel und Anerkennungen verdanke. Letztlich aber ist dies an sich keine Leistung, es ist nur die Anerkennung vollbrachter Leistung. Und immer wieder stellt man mir die Frage "Paul, wie machst Du das? Wie kann man Taijiquan-, Qigong- und Kungfu-Meister, Zen-Meister, Designer, Künstler und Psychotherapeut werden und in allem erfolgreich?


Gerade fuhr ich Einkaufen (Belmandel war ausgegangen :-)) und sinnierte darüber, was mich von vielen unterscheidet bzw. was mache ich eigentlich anders? Dabei entdeckte ich einen wesentlichen Schlüssel meines Erfolges: Es klingt jetzt schrecklich platt - sorry -, aber es ist das TUN, das Handeln, im Gegensatz zum "Sich damit beschäftigen/nachdenken/lesen, etc." d.h. DENKEN.

Ich möchte konkreter beleuchten, was hier gemeint ist:

Betrachten wir zunächst das Phänomen - und Ihr alle kennt es : Viele beschäftigen sich mit einem Thema (und das kann alles Mögliche sein), doch es bleibt reduziert auf eine kognitive Auseinandersetzung mit dem Thema, es findet primär nur gedanklich statt. Schauen wir uns einmal um: Beliebt ist z.B. Sozialverhalten, es gibt einen Riesenmarkt zum Thema, wie man Beziehung lebt, Kinder großzieht, es ist eines der großen Themen im Dialog, wie der/die mit dem/der umgeht, was sie tun, was sie tun sollten, was es mit ihnen macht, etc.. Beobachten wir diese jedoch im Alltag, so entdecken wir im Grunde enorme Defizite, soziale Pflegefälle und man fragt sich, wie sie so lange überleben konnten.
Es gibt unzählig viele, die erfolgreich sein wollen und ebenso einen Riesenmarkt, der diese bedient. Sie beschäftigen sich mit zahllosen Fortbildungen, lesen alle Trendbücher zum Thema und "wissen Bescheid". Das ist ein treffender Begriff in diesem Kontext, "Bescheid wissen".


Es gibt so unendlich viele Menschen, die "Bescheid wissen", egal ob es Zen ist, Sozialverhalten, Ernährung, Erfolgreich sein, Yoga, Hallenjojo, Trommeln unter Korkeichen, etc.....
(Schluss mit Lästern:) Nichts gegen Fortbildung im weitesten Sinne und hin zum entscheidenden Punkt: Was fehlt, ist das Handeln! Immer wieder denken wir, wir seien noch nicht soweit, es bräuchte noch mehr Kenntnisse, mehr Erfahrung.....und erst dann käme irgendwann das Handeln.
Bullshit!


Erfahrung ist die Essenz, das "jing" zum Erfolg! Und die geht nur über das Tun, das Handeln. Ich bin deswegen erfolgreich, weil ich immer schon all meine Unsicherheit, mein Nicht-Wissen in meinen Rucksack gepackt habe und losmarschiert bin! Wenn wir uns aufmachen, egal wohin, verändert sich die Perspektive, beginnt das wirkliche LERNEN, aus der neuen Perspektive heraus ändert sich das Verhalten, wir sehen mehr, be-greifen mehr und vermögen so, mehr umzusetzen und Träume de facto wahr werden zu lassen.
Wir haben Angst vor Fehlern, ja. Und wir wollen sie vermeiden. das Resultat aber ist zu 98%, dass wir nicht handeln, um Fehler zu vermeiden und so bleiben wir letztlich in der Stagnation - und nichts verändert sich wirklich.
Wie lernen wir Schwimmen? Nicht durch Bücher, nicht durch ein "vertieftes Verständnis des Elements Wasser" - indem wir ins Wasser gehen.


Und wie geht man ins Wasser?
Egal, was es ist: Fang an. Jetzt. Alles wird gut, aber nur, wenn Du es tust.
Das ist Wachstum. Und auch Wachstum beginnt nur im JETZT, niemals morgen, niemals gestern...

Also, fang an und agiere, bzw. schau, wie kann ein erstes Handeln in punkto Deines Projektes X (egal ob es eine neue Beziehung, ein neuer Job, ein anderer Umgang mit..., ein Fortschritt in... ist) aussehen - und DIES TUE, und nochmal und nochmal und weiter....
Es klingt so platt und simpel - und doch ist es einer meiner Schlüssel zum Erfolg, indem ich "losging", mich auf den Weg machte - so, wie nun Belmandel auf dem Tisch steht....


Wie begannen meine "Erfolge"? Einige kennen meine Geschichte. Nun, z.B. schickte ich als Kind eine Postkarte ab, um chinesische Motive als Malvorlage zu bekommen - und wurde Jahre später Kungfu-Meister. Ich sah im TV eine Doku über Gastsemester "für ausländische Studenten" an der Akademie der Schönen Künste  in Hangzhou (V.R. China) und erlaubte mir einen Traum - und sechs Monate später begann ich ein Studium in chinesischer Malerei dort. Und dort wieder lernte ich meine späteren Meister kennen...
Alles begann mit einem ersten Schritt ins Tun, in die Praxis...und dann heißt es simpel und ergreifend, weitergehen....

Freitag, 15. Juli 2016

Eine andere Perspektive...

...versprach ich im letzten Eintrag. Hier kommt sie:
Eine Crux, über die wir schnell und dennoch unmerklich stolpern, ist der Fakt, dass Zeit nur eine Illusion ist, ein sehr relatives Konzept, welches uns im Grunde "nur" helfen soll, mit einem Grundprinzip des Seins klar zu kommen: Alles ist im Wandel, verändert sich - beständig findet Transformation statt.
Die "Denkkrücke" namens Zeit hilft uns dabei, eine Art  subjektive Orientierung innerhalb des Wandels zu schaffen. Sie verhindert allerdings ein tieferes Verständnis vom Sein, was deutlich wird beim Begriff "Ewigkeit", die wir uns aufgrund des Konzeptes "Zeit" als endlosen Zeitraum vorstellen. Daher auch die Redewendung "Das dauert ja eine Ewigkeit!".
Ändern wir aber nun einmal die Perspektive:

Stelle Dir Ewigkeit nicht als endlose Zeitdauer vor, sondern vielmehr als Zeitlosigkeit. Entdecke, dass es nur die Gegenwart, das JETZT, den Augenblick gibt - und eben dies ewig!

Willkommen in der Ewigkeit!
Schau einmal drauf, was dies für Dich und Dein Leben bedeuten könnte.....